2019

1. Bewerbungsdurchgang 2019:

Die folgenden Projekte sind in diesem Jahr umgesetzt worden.

1. „wirsindmehr – Für ein Lüneburg ohne Rassismus”, Stadtjugendring Lüneburg e.V., Jugendpflege der Hansestadt Lüneburg und das Jugendzentrum Stadtmitte
Mit einer Zukunftswerkstatt zum Thema “Alltagsrassismus in Lüneburg” bekamen Jugendliche mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen am 15. März 2019 die Möglichkeit, sich selbstkritisch mit Alltagsrassismus auseinanderzusetzen. Mit einer professionellen Moderation wurde die Ist-Situation der Jugendlichen erstellt und daraus konkrete Veränderungsvorschläge erdacht, die Veränderungen im Alltag anstoßen sollen und von denen auch andere Jugendliche profitieren. Begleitet wurde die Veranstaltung von Künstlern der Hiphop Academy Hamburg . Aus den Ergebnissen der Jugendlichen kreierten sie einen Rap, den sie später am Abend auf der anknüpfenden „Party für 100% Menschenwürde“ zusammen mit den Teilnehmenden der Öffentlichkeit präsentierten.


2. “Fachtag „Liebe in der Fremde““, Förderverein Kriminalprävention Lüneburg e.V., Bildungs- und Integrationsbüro des Landkreises Lüneburg und das Scala-Programmkino
Am 14.03.2019 wurde unter dem Titel „Liebe in der Fremde“ ein Filmvormittag für knapp 90 deutsche und nicht-deutsche Schülerinnen und Schüler von zwei Oberschulen und einer Berufsschule sowie interessierte Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen durchgeführt. Gezeigt wurden sieben ausgewählte Kurzfilme des Medienprojekts Wuppertal, die sich inhaltlich mit den Themen Liebe, Sexualität und Partnerschaft im Kontext von Migration, Kultur und Religion auseinandersetzen. Am Nachmittag schloss sich eine Fachfortbildung für Erwachsene an, die mit Jugendlichen arbeiten, sie beraten oder unterstützen. Diese Veranstaltung wurde von 27 Personen besucht. Inhaltlich knüpfte der Fachtag mit Kurzberichten über die Schülerveranstaltung an den Vormittag an. Im Anschluss gab es einen fachlichen Input und rege Diskussionen zum Thema „Reden über Geschlechterrollen im Migrationskontext“.


3. “Gegen Gewalt, für Toleranz“, Förderverein der Hanseschule Oedeme – Oberschule – e.V.

Von Anfang Februar bis Mitte März wurde die Workshop-Reihe durch den Bildungsträger TEMP-Projekte an der Hanseschule Oedeme durchgeführt. Die Zielgruppe waren Schüler der Hanseschule Oedeme im Alter zwischen 12 und 16 Jahren. Die Jungen hatten Förderbedarfe beim sozialen Umgang miteinander und benötigten Unterstützung bei der Integration in ein für sie neues Gesellschaftssystem. Das Projekt fand einmal pro Woche statt und hat Toleranz, Verständnis für Demokratie, Gewaltprävention und antirassistisches Verhalten durch verschiedene Methoden in der Gruppe gestärkt. Organisatorisch begleitet wurde das Projekt durch die Schulsozialarbeiterin Frau Mielau.


4. “Mädchen und Jungen gegen Gewalt, für Toleranz – Workshop-Reihe zur Prävention von Gewalt an Schulen und zur Förderung von Toleranz, Demokratieverständnis und sozialem Miteinander”, Förderverein der Christianischule e.V.

Die Workshop-Reihe wurde zwischen Anfang September und Mitte Dezember an der Christianischule vom Anbieter TEMP-Projekte durchgeführt. Ziel des Projektes war es, 12 bis 15 Schülerinnen und Schüler in Bereichen wie Demokratieverständnis, Antirassismus, Empathie und Gewaltprävention zu fördern und zu sensibilisieren. Dazu wurden über sechs Wochen jeweils an einem Nachmittag themathisch passende Methoden mit den Teilnehmenden ausprobiert. Das Projekt richtete sich an Schüler*innen mit verschiedenen Förderbedarfen aus der Klassenstufe 7 und wurde von diesen gut angenommen.


5. „Leben in Lüneburg – eine Zeitreise in die Zukunft“ – Eine Theaterperformance
T.U.N. e. V.

Das Projekt war Teil der „Wandelwoche Lüneburg“ 2019 mit dem Motto „Weniger ist mehr“. Ab Anfang August bereiteten sich 30 junge und alte Menschen unter der Anleitung von zwei Theaterpädagoginnen intensiv über drei Monate wöchentlich auf die Performance „Leben in Lüneburg- eine Zeitreise in die Zukunft“ vor. Am 19., 20. und 25.10. wurde die Performance insgesamt dreimal in den Räumen des städtischen Museums Lüneburg aufgeführt. Sie dauerte etwa 1,5 Stunden und hatte jeweils etwa 100 Zuschauer*innen. In den einzelnen Stationen der Performance wurde der Austausch zwischen den Generationen zu einer gemeinsamen und demokratisch begründeten Gestaltung der Zukunft angeregt. Viele Besucher*innen nahmen die Gelegenheit wahr, eigene kreative Ideen und Anregungen für ein solidarisches und nachhaltiges Leben in Lüneburg zu formulieren.


6. „Unser Song für Lüneburg” – Musikprojekt für Vielfalt und Toleranz, Stadtjugendring Lüneburg e. V.

Aufbauend auf der Demokratiekonferenz gegen Alltagsrassismus im März gab es Anfang Mai eine Schreibwerkstatt im Jugendzentrum Stadtmitte. Dort haben 15 Jugendliche eigene Rap-Texte entwickelt, die in ein gemeinsames Lied gegen Alltagsrassismus eingeflossen sind. Im Rahmen des hiesigen Projekts wurde daraus im Juni ein echtes Musikstück professionell produziert. Dazu fuhr die Gruppe in Begleitung der Jugendpflegerin Irmtraud Peters in das Tonstudio der Hip Hop Academy Hamburg, um dort den Song gemeinsam unter Anleitung durch den Rapper Redchild an einem Tag aufzunehmen. Der fertige Song wurde anschließend gemastert und im Austausch mit den Jugendlichen und ihren Vorstellungen fertig gestellt.


7. Workshop-Reihe “Mädchen gegen Gewalt, für Toleranz”
Förderverein der Hanseschule Oedeme – Oberschule – e. V.

Im September wurde dieses Projekt mit Unterstützung durch TEMP-Projekte erneut an der Hanseschule Oedeme durchgeführt. Diesmal wurden Mädchen mit Unterstützungsbedarf angesprochen werden. Das Projekt war über sechs Wochen einmal pro Woche angelegt und hat Toleranz, Verständnis für Demokratie, Gewaltprävention und antirassistisches Verhalten durch verschiedene Methoden in der Gruppe gefördert. Umfassend begleitet wurde das Projekt durch die Schulsozialarbeiterin Frau Mielau.


8. Niedersächsische Wanderausstellung – „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“
Förderverein der Georg-Sonnin-Schule e.V.

Für drei Wochen im September wurde die Ausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“ in der Georg-Sonnin-Schule gezeigt, um die Schüler*innen für Fremdenfeindlichkeit, Extremismus und Rassismus zu sensibilisieren. Konkret ging es um die Auseinandersetzung mit typisch rechtspopulistischen und rechtsextremen Problemlösungsversuchen und Argumentationsweisen. Durch begleitende Argumentationstrainings wurde auch ein selbstbestimmter Umgang mit den Themen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gestärkt. Begleitend wurden die Themen der Ausstellung im Politikunterricht behandelt. Die Ausstellung wurde in der Zeit auch von anderen interessierten Lüneburger Schulen besucht.


9. „Das Riesen-Räuberleiter-Mosaik: Demokratisch zusammen wirken, gemeinsam Ziele erreichen.”
Förderverein Heiligengeistschule e. V.

Im Rahmen des Projektes haben alle Kinder der Schule in partizipativer Weise ein wandfüllendes Mosaik im Eingangsportal erstellt. Nach einer Ideensammlung mit Hilfe der Schulkinder wurden sie vom 21.11. bis 06.12.2019 täglich klassenweise bei der Umsetzung angeleitet und unterstützt von der Künstlerin Swantje Crone. Jedes Kind wurde an einem Tag an der Erstellung des Mosaiks beteiligt. Interessierte Eltern unterstützten dabei zusätzlich. Das Motto der Schule “Hand in Hand gemeinsam stark” wurde im Mosaik lebendig gemacht sowie die unterschiedlichen Herkunftsländer und Kulturen der Kinder. Durch die Mitarbeit am Mosaik setzten sich die Schulkinder mit den Werten ihrer Schule auseinander und konnten beim Gestalten Wertschätzung und Selbstwirksamkeit erfahren. Sie haben ein dauerhaftes Kunstwerk erschaffen, mit dem sie sich identifizieren können.


10. „Unser Song für Lüneburg” – Musikvideo „Für Vielfalt und Toleranz“
Stadtjugendring Lüneburg e.V.

Um den fertigen Song aus dem Projekt „Unser Song für Lüneburg“ mit einem Musikvideo zu vervollständigen, kam ein Filmemacher aus Lüneburg am 15. und 29. November für jeweils fünf Stunden in das Jugendzentrum Stadtmitte. Dort und in der näheren Umgebung fanden die Filmaufnahmen mit jeweils 15 Jugendlichen statt. Das Material wurde später vom Filmemacher bearbeitet und daraus eine finale Version geschnitten. Das Lied soll zusammen mit dem Video im folgenden Jahr 2020 zur Sichtbarmachung des Themas „Alltagsrassismus“ beitragen, indem es über viele Kommunikationskanäle (Radio, Kino, Social Media) und im Rahmen von „Demokratie leben!“ in Lüneburg bekannt gemacht und geteilt wird.


11. „Jihad Baby“ – Projekttag zum Thema islamistische Radikalisierung und gegen Islamfeindlichkeit
Förderverein der Hanseschule Oedeme – Oberschule – e. V.

Am 26. November wurde das Theaterstück „Jihad Baby“ zwei Mal vom Lüneburger Schauspielkollektiv an der Hanseschule Oedeme im Rahmen eines Projekttages aufgeführt. Pro Vorstellung waren jeweils ca. 100 Schülerinnen und Schüler anwesend. Nach jeder Vorstellung schloss sich eine Nachbereitungsphase an, in der in Kleingruppen über die Inhalte gesprochen wurde. Auch später im Unterricht wurden z. B. die Beweggründe der Figuren des Theaterstückes diskutiert, das Dargestellte mit realen Biografien verglichen und auf Realismus geprüft. Die Jugendlichen wurden über Radikalisierungsprozesse, deren Entstehungsbedingungen und Hintergründe aufgeklärt und für Argumentations- und Anwerbestrategien extremistischer Gruppen sensibilisiert. Außerdem wurden Hilfsangebote für Betroffene in Niedersachsen und in Lüneburg vorgestellt, um präventiv den Eigenschutz vor Radikalisierungstendenzen zu erhöhen.


12. JugendProjektChallenge – Ideenschmieden an Lüneburger Schulen
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Die Jugend Projekt Challenge 2019 startete mit der Suche und Ausbildung von Mentor*innen im August 2019. Es konnten sechs neue Mentor*innen ausgebildet werden, um die Jugendprojekte zu begleiten. An zwei Terminen fanden Schulungen für die Mentor*innen aus dem Bereich des systemischen Coachings und Beratungsmethoden statt. Im Oktober wurden dann Ideenschmieden für 100 Schüler*innen des neunten Jahrgangs an der Christianischule am Kreideberg und 24 Schüler*innen an der Integrierten Gesamtschule in Kaltenmoor veranstaltet. Jeweils voraus ging ein Kick-off mit den Lehrkräften, um ihnen die Methoden zu erläutern und offene Fragen zu klären. Die Workshops boten den Schüler*innen die Möglichkeit, ihr eigenes Umfeld zu reflektieren, um Ideen für eigene Projekte in ihrem Umfeld zu entwickeln. Vielfältige Ideen für Projekte entstanden dabei und sieben Gruppen hatten Interesse ihre Idee auch umzusetzen. Zum Abschluss der Ideenschmieden fand das Mentor*innen-Matching statt. Dabei konnten die sieben Gruppen ihre Begleiter*innen“ bei der Umsetzung wählen. Anschließend fanden die inhaltlichen Workshops zur Begleitung der Gruppen statt zu Themen wie: Finanzplan, Öffentlichkeitsarbeit oder Zeitmanagement. Seit Ende Oktober werden die Projekte nach und nach realisiert und bis heute weiter vorangetrieben.

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