Partizipation ist mehr als nur Ideen und Wünsche sammeln

Pressemitteilung des Stadtjugendrings Lüneburg e.V. Lüneburg, den 29.07.2020

Von Jugendlichen organisiertes Partizipationsformat “Dinner4Two” zur Landrats-/Europawahl 2019
Foto: Georg Gunkel-Schwaderer / SJD-Die Falken

Der Oberbürgermeister ist kein Freund von Kinder- und Jugendparlamenten*… Na gut, wir auch nicht – so lange damit keine Entscheidungsmacht für Kinder- und Jugendliche verbunden ist. Denn gespielte Demokratie gibt’s genug – nicht nur in Lüneburg.

Und genau hier sehen wir als Stadtjugendring Lüneburg e.V. das grundsätzliche Problem bei der Kinder- und Jugendpartizipation in Lüneburg. Die derzeit diskutierten und bereits in der Umsetzung befindlichen Versuche, Kinder und Jugendliche einzubeziehen, gehen über informieren, Wünsche und Probleme abfragen nicht hinaus. Wirkliche Beteiligung braucht aber einen verstetigten und wirkmächtigeren Rahmen, als das unverbindliche „Wünsche und Kritikäußern“, bei dem dann letztlich die Verantwortung und Wirkmächtigkeit weiterhin bei den Handelnden aus „Politik“ und Verwaltung bleibt.

Vorstandsmitglied Georg Gunkel-Schwaderer kommentiert:„Warum nicht einen deutlich größeres Stück der Torte demokratischer Teilhabe an die Kinder und Jugendlichen der Stadt abgeben? Kinder und Jugendliche wollen nicht nur befragt werden, sie wollen teilhaben, mitwirken, wirklich mitbestimmen und nicht nur Zuschauer sein, bei den Entscheidungen zu ihren Belangen.“

Von Jugendlichen der Bewegung Fridays for Future organisierte Podiumsdiskussion im Landrats-/Europawahlkampf 2019
Foto: Georg Gunkel-Schwaderer / SJD-Die Falken

Daher: Lüneburg braucht wirkliche Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen, eigene Wirkmächtigkeit, ein eigenes Kinder- und Jugendbudget, damit ihre Entscheidungen auch finanziell unterlegt werden. Das so genannte „Grobkonzept zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Hansestadt Lüneburg“ ist nun fast 10 Jahre alt. Es sollte eigentlich bei der „Einbeziehung und Mitbestimmung“ (Stufe 5 & 6 des Stufenmodells) beginnen und bei Stufe 8 „Entscheidungsmacht“ das Ziel erreichen. Seit rund 10 Jahren steckt es aber genau auf den ersten Stufen fest.

Gunkel-Schwaderer ergänzt: „Das alles nur in den Stadtteilen und Stadtteilzentren zu verstecken und damit auch in seiner Wirkmacht zu teilen führt dazu, dass sich jugendliche Wirkmächtigkeit nicht bündeln und zu einer gemeinsamen Entscheidungsmacht zusammenfinden kann. Dies könnte aber durch ein verfasstes Jugendparlament, dem Entscheidungsbefugnis und ein eigenes Budget verliehen wird, passieren.“

Für den Stadtjugendring ist klar: Nach 10 Jahren gespielter Demokratie ist es höchste Zeit für echte Beteiligung!

  • Aussage nach dem Artikel „111 Wünsche für Rathauschef“, LZ vom 27.07.2020, S. 5

Spät dran, aber wir wollen es…

Save the Date Event

Kurz vor den Europawahlen – und zudem auch den Landratswahlen in Lüneburg wollen wir es wieder einmal wissen: Das Format ist bekannt – “Dinner 4 One” wird nun erweitert zu “Dinner 4 Two”. Also: Zwei Politiker*innen aus einer Partei – eine*r mit dem Thema Landratswahl, der*die Andere mit dem Thema “Europawahl” bestens vertraut, stellen sich Euren Fragen, Ideen und Eurer Kritik…

Ob es nun Fragen zum Klima, zur Verkehrs-, Jugend- oder Kommunalpolitik sind – alle Themen sind erlaubt.

Und die Politiker*innen können ungeschminkt ihre Positionen dazu mit Euch diskutieren. Ohne permanent in Konkurrenz mit Politiker*innen aus den anderen Parteien am Thema vorbei zu diskutieren.

Sobald wir die Absprachen mit den Parteien getroffen haben und die Termine feststehen, posten wir sie hier und in den sozialen Netzwerken… Also: bald.

Dinner for … Two

Hintergrund:
Der Stadtjugendring Lüneburg e.V. veranstaltet seit Jahren, jeweils zu Wahlen, verschiedene Formate. Meist waren dies Fishbowl- oder Podiumsgespräche. Da die einzelnen Parteien aber dabei eher in Konkurrenz zueinander traten und das eigene Profil dadurch weniger sichtbar wurde, haben wir uns im letzten Jahr dazu entschieden – diesmal ohne Anlass einer Wahl – ein neues Format, das „Dinner for one“ zu probieren. Dabei trifft derdie Vertreterin einer Partei auf Jugendliche und kann sehr positiv, intensiv und ungestört einmal die eigenen Ideale, Ziele und Inhalte der eigenen Partei mit Jugendlichen diskutieren.
Dieses Format wurde sehr positiv sowohl von den Jugendlichen, als auch den Politiker*innen wahrgenommen.
Hieraus entstand zur Doppelwahl (Landrats- und Europawahl) nun die Idee, beide Ebenen in einer Veranstaltung zusammen zu fassen, um auch die Verbindungslinien beider Ebenen herausarbeiten zu können.
Wir sind gespannt 🙂


Nur Du und ein*e Politiker*in = “Dinner for one”

Jugendversammlungen haben in Lüneburg schon Tradition – vor allem im Wahlkampf…

Bei der letzten Wahlkampf-Fishbowl kam die Idee auf, dass Ihr einmal –ohne Wahlkampf, ohne den Profilierungsnerv der Parteien untereinander– am Besten nur mit einer*einem Politiker*in einer Partei ins Gespräch kommen wollt.

Wir nennen dieses neue Format “Dinner for One”. Nur Du / Ihr und ein*e Parteivertreter*in im Gespräch über Deine / Eure Themen…

Den Auftakt machen wir mit Holger Nowak (SPD). Er ist unter anderem Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses – also Deinem / Eurem wichtigsten Ausschuss des Rates der Hansestadt Lüneburg.
Stelle ihm Deine Fragen, konfrontiere ihn mit Deinen Entdeckungen in Lüneburg…

Wann: Mittwoch, 21.02.2018, ab 16:30 Uhr
Wo: Finke – Café & Community,
Finkstraße 4 (gegenüber dem Karstadt-Hinterausgang “Finkstraße”)

Es gibt lecker Bowle und es wird sicher ein spannender Abend
… mit Dir und Euch!