Mo. 03.12.18: Jugendversammlung mit WorkShop zu Rechtspopulismus

Montag, 03. Dezember
16 Uhr, Glockenhaus (Glockenstraße 9,
21335 Lüneburg)

 

Warum das Ganze?

Stellst Du Dir auch manchmal vor, den Rechten mal so richtig die Meinung zu sagen? In der Vorstellung ist das auch ganz einfach, aber wenn man so einem Menschen gegenüber steht, sieht das schon ganz anders aus. Dann fehlen einem die Worte, gegen die Weltsicht kommt man kaum an … Dann kommt es darauf an, deren Strategien zu durchblicken und auf die Themen zu kommen, die eigentlich dahinter stehen. Darauf sind die Rechten dann nämlich wirklich nicht „gut zu sprechen“.

Was erwartet Dich an diesem Nachmittag?
Zu Beginn lernen wir Vera kennen, die in der Mobilen Beratung gegen Rechts arbeitet. Sie gibt uns einen kurzen Überblick über rechte (Jugend-)Gruppen und deren Weltbilder. Anschließend geht es darum selbst nachzudenken und Überlegungen anzustellen, wie wir auf Aussagen von Rechten reagieren können. Danach können wir uns mit verschiedenen Menschen aus Lüneburger Initiativen und Organisationen austauschen und mit ihnen überlegen, was wir gegen Rechts und für mehr Vielfalt machen wollen. Zum Schluss können wir die neuen Ideen in einem Praxisbeispiel anwenden.

Wir freuen uns auf Dich und Euch!!!

Wie lange geht der Spass?
bis ca. 21:00 Uhr

Und was kostet das?
Ganz und gar NIX – im Gegenteil: Es gibt noch was dazu: Leckeres Essen & jede Menge Erkenntnisgewinn!!!

Die Veranstalter_innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische oder antisemitische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu verwehren oder von der Veranstaltung auszuschließen.

Statement des Jugendforums Lüneburg zur Nichtabwahl von Bürgermeister Dr. Scharf

Der Lüneburger Bürgermeister Gerhard Scharf (CDU), der durch seine Äußerungen im Video eines rechten YouTube-Bloggers auffällig geworden ist, hat durch die Bekräftigung seiner Aussagen am Ende des Videos und durch die Offenbarung seiner Funktion in der Stadt Lüneburg deutlich gemacht, dass er bitterernst meinte, was er gesagt hat. Seine rechtsnationalen Äußerungen zur 110. Infanterie-Division und zur Erinnerungskultur in Deutschland jetzt wegen einer späten und nicht überzeugenden Entschuldigung, die er drei Minuten lang vor dem Rat der Stadt verlesen hat, zu vergessen und ihn weiterhin in Amt und Würden zu belassen, ist politische Blauäugigkeit.

Wir als Jugendforum der Hansestadt Lüneburg, als Interessenvertretung von Jugendlichen in und um Lüneburg, wollen es bei dieser bloßen Feststellung aber nicht belassen. Das Jugendforum erklärt sich unzufrieden mit dem schlaffen Ergebnis in der Scharf-Affäre. Darin, sich nicht entschieden gegen nationalistisch-rassistische Aussagen zu positionieren, sehen wir eine große Gefahr für den langfristigen Erhalt unserer Demokratie und die Grundrechte aller Menschen, egal von woher.

Wir lassen uns, im Gegensatz zu manchen Ratsmitgliedern nicht beeindrucken von Verdienstkreuzen und Doktortiteln: Für uns entscheiden andere Werte, wer ein Volksvertreter ist oder nicht. Die 37 Ratsfrauen und -herren sitzen nicht zum Spaß im Stadtrat, sondern unter anderem, um uns ein Lüneburg zu vererben, in dem als absolutes Minimum diese Werte gelten: Toleranz, Weltoffenheit, historische und gegenwärtige Sensibilität. Die Parteien, die für den Verbleib von Bürgermeister Scharf gestimmt haben (CDU, AfD und Teile der SPD), haben diese Haltung nicht unter Beweis gestellt. Das Jugendforum Lüneburg prangert dies in aller Deutlichkeit an. Von Personen wie Gerhard Scharf trennen uns allzu große weltanschauliche Differenzen. Daher bitten wir den Rat, seine ohnehin knappe Entscheidung noch einmal zu überdenken und Herrn Scharf ggf. in den Ruhestand zu schicken.

Jugendforum Lüneburg